Seit Anfang dieses Jahres stellen wir fest, dass unseren Kundinnen und Kunden gehäuft mit betrügerischen Telefonanrufen bedrängt werden. Unglücklicherweise kam es dabei auch zu dem einen oder anderen Schadenfall, der ins Geld ging. Es ist mir ein Anliegen, möglichst transparent und verständlich zu informieren, aufzuklären und damit den Betrügern die Möglichkeit zu nehmen, Sie täuschen zu können.

Zuerst in der Region Eglisau, dann im Embrach-Tal und nun leider auch in der Region Bülach versuchen Betrüger vermehrt durch Telefonanrufe Computerzugang zu erhalten, um persönliche Zugangsdaten und Passwörter zu ergaunern und «abzusahnen».

Sie geben sich zum Beispiel als Mitarbeitende von Polizei, Bank, Ermittlungsbehörden, IT-Giganten (Microsoft, Apple usw.) aus und behaupten rigoros, dass man dringend am Computer etwas optimieren muss, sonst würde man sich schnell grosse Probleme einhandeln.

Angerufene werden genötigt, ein Fernwartungsprogramm zu starten, dann z. B. in den Bank-Account einzuloggen und aus Sicherheitsgründen eine Überweisung zu tätigen oder sie werden mit irgendeiner anderen Aussage dazu gedrängt, ihre Kreditkarten-Daten preiszugeben.

Die Kriminellen missbrauchen dabei Fernwartungsprogramme und platzieren in Sekundenschnelle einen Trojaner auf dem Computer. Wie schnell das gehen kann, erlebte ich letzthin selbst an einem IT-Technikertraining: Kurz abgelenkt durch ein Fenster, das in einer der oberen Bildschirm-Ecken aufpoppte, sah ich das kurze Aufblitzen in der rechten unteren Ecke nicht, als sich der Trojaner hochlud. Einmal installiert, kann der Spion alles mitlesen und sehen, sobald der Computer läuft und Internet-Verbindung hat. Also auch jedes Passwort!

Gesunde Vorsicht walten lassen
Anrufer geben sich häufig als Personen einer Obrigkeit aus und treten dementsprechend sehr bestimmt auf. Mit Nachdruck wird sofortiges Handeln gefordert und grosse Probleme angedroht. Das baut bei der angerufenen Person Druck auf, erzeugt Stress und Angst und macht sie manipulierbar.

 WICHTIG: Polizei, Bank, Bundesämter, Krankenkasse oder auch Grossfirmen wie Microsoft, Apple, Adobe rufen NIE direkt an! Seien Sie vorsichtig und KRITISCH. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen.

Leider ist es in der heutigen Zeit notwendig, dass man unbekannten Anrufen zuerst einmal misstraut und kritische Fragen stellt. Es kann auch hilfreich sein, den Anruf gar nicht entgegenzunehmen, d. h. Anrufer ihr Anliegen zuerst auf die Combox (Anrufbeantworter) sprechen zu lassen. Personen mit betrügerischen Absichten hinterlassen selten Sprachnachrichten.

Vorschlag zum Vorgehen: Sagen Sie zum Beispiel, dass Sie grad besetzt sind und keine Zeit haben, verlangen und notieren Sie den Namen und die Telefonnummer für einen (Kontroll-)Rückruf und sagen, dass Sie sich umgehend wieder melden.

Der Rückruf wird vielfach nicht funktionieren, weil die Nummern meist gefälscht sind. Allenfalls erreicht man dann die Person, deren Nummer für diesen Betrugsversuch «entwendet» wurde. Neben den Handy-Nummern können übrigens auch Fixnet-Nummern gefälscht sein.

Daher ist es ratsam, dass Sie relevante Telefonnummern wie zum Beispiel die Ihrer Bank (Bankberater oder Hauptnummer) notiert haben, oder auch die Nummer der Kreditkarten-Sperrung, des für Ihre Region zuständigen Polizeipostens, Ihrer Krankenkasse usw. So können Sie gezielt nachfragen, ob diese von Ihnen notierte Person überhaupt im Unternehmen oder für die Institution tätig ist.

Übrigens ist es auch sehr empfehlenswert bei sogenannten Enkeltrick-Betrugsmaschen, wenn Sie Ihre Angehörigen zur Kontrolle erst einmal auf den Ihnen bekannten Telefonnummern zurückrufen, bevor Sie aktiv werden und Geld oder Schmuck einer Ihnen unbekannten Person übergeben.

Wie schütze ich meine Informatik-Umgebung?
Lassen Sie Ihr IT-System regelmässig wie ein Fahrzeug in einem Service checken: Virenschutz, Firewall und Aktualisierungen auf Vordermann bringen.

Informieren Sie sich aktiv zu aktuellen Betrugsmaschen, seien Sie lieber einmal zu skeptisch, halten Sie wichtige Nummern (Bank, Krankenkasse, Stadtpolizei etc.) für einen Kontrollanruf bereit.

Wir bei Valentin-Tools beantworten gerne all Ihre Fragen rund um diese Thematik und unterstützen Sie nach Kräften und bestem Gewissen.

Ich bin auf einen Betrug hereingefallen – was nun?
Schalten Sie sofort den Computer ab und ziehen den Stecker!

Danach bringen Sie das Gerät mit den allenfalls von Ihnen notierten Informationen – wann ist was passiert – zu Ihrem IT-Spezialisten oder zu uns an den Hertiweg.

Wir bei Valentin-Tools gehen wie folgt vor: Wir bauen den Datenträger (Festplatte) aus, ersetzen die Festplatte, installieren den Computer komplett und transferieren nur die Daten von der alten Festplatte. Der auf der alten Festplatte sitzende Trojaner ist dabei keine Gefahr, denn er kann nur in einem lebenden, also laufenden Betriebssystem aktiv sein.

Der Reparaturaufwand ist nicht gering und kostet Geld, doch gegenüber einem erfolgreichen Betrug, der schnell mal Tausende von Franken betrifft, ist dies das geringere Übel.